Kreditkarten – damals und heute

Von der Optik her ist eine klassische Kreditkarte nichts weiter als ein Stück buntes Plastik mit einem Magnet und Chip. Aber bei diesem Stück Plastik handelt es sich um eines der wichtigsten Zahlungsmittel weltweit. Kreditkarten galten in Deutschland allerdings lange Zeit als überflüssig oder wurden als purer Luxus betrachtet. Das hat sich zwischenzeitlich grundlegend geändert. Denn mittlerweile hat das Plastikkärtchen in vielen Geldbörsen seinen Stammplatz gefunden und es wird sogar von Banken zum Girokonto angeboten – kostenlos oder gegen eine Jahresgebühr.

Wenn man die Geschichte dieser Plastikkarte verfolgt, dann reicht die Idee zur Kreditkarte in das 19. Jahrhundert zurück. Denn der Schriftsteller Esward Bellamy erwähnte 1887 eine „Kreditkarte“ in einem Roman. Natürlich handelte es sich bei der Erwähnung noch nicht um die Karte mit Chiptechnologie und Magnetstreifen, aber es wurde ein einfach Pappkarte erwähnt, von der je nach Nutzung immer ein Stück abgetrennt wurde.

Kreditkarte Prototyp 1924Kreditkarten-sm

Eine echte und erste Kreditkarte kam erst 37 Jahre später – im Jahre 1924. Sie wurde nicht von einer Bank, sondern von der Industrie vergeben. „Western Union“ ist der Pionier der Kreditkarte, denn die ersten Metall-Kreditkarten wurden nur an besonders gute Kunden des Unternehmens herausgegeben, die damit ihr Zahlungsziel verlängern und in Raten zurückzahlen konnten. Auch der Konzern Petroleum Corporation fand die Idee gut und vergab auch an besonders gute Kunden Kreditkarten. Wenig später konnten alle Kunden mit diesem Zahlungssystem bargeldlos Kraftstoff tanken.

Klassische Kreditkarte ab 1949

1949 lud Frank McNamara (ein New Yorker Geschäftsmann) seine Geschäftspartner zu einem Essen in das Restaurant Major Cabin´s Grill ein. Als er bezahlen wollte, fiel ihm auf, dass er seine Geldbörse vergessen hatte. Über diese Peinlichkeit zerbrach er sich monatelang den Kopf,  bis er wenig später die Lösung hatte. Er kam und präsentierte im Major Cabin`s Grill die „Diners Club-Karte“ (Diners Card). Nun stand dem bargeldlosen Zahlungsverkehr durch ein einfaches Unterschreiben und Abzeichnen der Rechnung nichts mehr im Weg.

Weltweites Zahlungsmittel – die Kreditkarte

Mittlerweile ist eine Kreditkarte zwar auch noch eine kleine Karte (aus Plastik), aber sie kann weltweit als Zahlungsmittel eingesetzt werden. Mit ihr werden Zahlungen einfach und unkompliziert abgewickelt – auch wenn nicht ausreichend Bargeld vorhanden ist. Für Onlinekäufe kann man die Kreditkarte ebenso nutzen wie für die Bargeldabhebung am Geldautomat beispielsweise im Ausland. Die meist genutzten Kreditkarten sind Visa und MasterCard.

Der Name Kreditkarte kommt durch die Bereitstellung einer Kreditlinie, die auf einem Kreditkartenkonto eingerichtet wird. Wie hoch diese Kreditlinie sein kann, verhandelt Bank und Kunde individuell. Für den in Anspruch genommenen Kredit stellt die Bank keine Zinsen in Rechnung, wenn er fristgemäß zum jeweiligen Abrechnungszeitraum – das ist meistens am Ende des Monats – pünktlich bedient wird. Kreditkarten unterscheiden sich in Classic Karten und in so genannte Gold- oder Platin-Kreditkarten. Diese höherwertigen Karten bieten dem Inhaber einen größeren Kreditrahmen. Außerdem sind oftmals sehr attraktive Versicherungspakete eingeschlossen wie beispielsweise eine Krankenversicherung für Auslandsreisen oder eine Reisekosten-Rücktrittsversicherung.

 

 

Zahlungen mit Kreditkarte

Zum Bezahlen in einem Geschäft oder Restaurant legt man die Kreditkarte vor, worauf der Verkäufer bzw. Kassierer maschinell einen Zahlbeleg erstellt, auf dem der Karteninhaber unterschreibt und damit die Zahlung genehmigt. Der Kassierer prüft jetzt noch die Übereinstimmung der Unterschrift auf dem Beleg mit der Unterzeichnung auf der Kreditkarte.

Im Gegensatz zu einer EC-Karte, bei der Zahlungen vom Konto abgebucht werden, ist es bei den Zahlungen über eine Kreditkarte so, dass sie gesammelt und am Ende des Monats in einer Summe dem Konto belastet werden. Der Inhaber der Kreditkarte kann anhand der ihm zuvor zugestellten Umsatz-Abrechnung die Details und Geldbeträge überprüfen und eventuell falsche Buchungen oder Belastungen bei der Bank reklamieren.

Bei einigen Kreditkarten ist es auch möglich, dass man das, was man ausgegeben hat, in Raten zurückzahlt. Wie hoch die Rate ist richtet sich nach der Summe des in Anspruch genommenen Kredits. Meistens wird eine Rückzahlung von zwei bis drei Prozent der Kreditsumme vereinbart.

Bargeld kann mit einer Kreditkarte an den meisten Geldautomaten abgehoben werden. Nur die Gebühren schwanken – je nach Kreditkarte. Visa und MasterCard erheben für Abhebungen am Geldautomaten keine Gebühr, dafür aber das kartenausgebende Bankinstitut.

Visa und MasterCard

Weltweit die größte Akzeptanz genießen Visa und MasterCard, die in rund 35 Millionen Geschäften, Tankstellen, Online-Shops und Restaurants angenommen werden.

visaVisa – Während man 1958 in New York die ersten grünen American Express Kreditkarten herausgegeben hat, erblickte in Kalifornien eine weitere Kreditkarte das Licht der Welt – die Bank of Americard, heute bekannt als Visa Card. 2013 gab es in Deutschland rund 46 Millionen Besitzer von Visa Cards. Die VISA Europe Europe Services Inc. hat ihren Firmensitz in London.

 

mastercardMasterCard – aus EuroCard wurde MasterCard. Das war 1985, nachdem MasterCard das Unternehmen Europay gekauft hatte. Die MasterCard hingegen kam als Zahlungsmittel schon 1951 durch die Franklin Bank in New York auf den Markt, erhielt aber erst 1979 ihren Namen. Im Jahr 2006 wird das Unternehmen MasterCard Inc. erstmals an der New Yorker Börse gehandelt.

 

 

Kreditkarten-Typen

Chargekarte – ist eigentlich keine „richtige“ Kreditkarte, weil der Eigentümer lediglich einen Zahlungsaufschub und keinen Kredit erhält. Einmal im Monat kommt eine Umsatz-Aufstellung und der Kunde hat 10 bis 30 Tage Zeit die Summe per Abbuchung vom Girokonto zu begleichen, ohne dass Zinsen für den Zahlungsaufschub anfallen.

Debitkarte – räumt keinen Kredit ein und hat die gleichen Vorteile wie eine normale EC-Karte. Geldabhebungen und bargeldloses Zahlen sind möglich. Unterschied zur normalen Kreditkarte: In der Regel ist ein Giro- oder ein Kreditkartenkonto eingebunden, von dem jeweils sofort der Umsatz auf diesem Konto belastet wird

Daily-Chargekarte – eine Kombination von Chargekarte und Debitkarte. Das Kartenkonto kann im Guthaben geführt werden, verfügt aber auch darüber hinaus über einen monatlichen Kreditrahmen. Entstandene Soll-Beträge werden im Rahmen der monatlichen Abrechnung vom Referenzkonto eingezogen.

Virtuelle Kreditkarte – ist eine Karte auf Guthabenbasis, mit der man Online-Käufe tätigen kann. Sie existiert nicht wirklich, sondern nur virtuell und bestehen aus einer Kreditkartennummer, Gültigkeitsdatum, Namen des Karteninhabers und der Sicherheitsprüfnummer.

Prepaid-Karte – ebenfalls eine Guthabenkarte, bei der man online das verfügbare Guthaben abfragen kann, um eine Überziehung zu vermeiden. Prepaid-Karten gelten als besonders sicher, da im Verlustfall nur das Guthaben verloren ist und nicht der gesamte Verfügungsrahmen abgeräumt werden kann.

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