Innenraum modernisieren – Förderungen erhalten

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Den Wohnraum eines Alt- oder Bestandsbaues zu modernisieren macht sich immer bezahlt. Insbesondere, weil es vom Bund, den Ländern und Kommunen großzügig gefördert wird. Beim Begriff „Modernisierung“ geht es nur in zweiter Linie um die optische Verschönerung. Primär versteht man darunter Baumaßnahmen, die Energie und Wasser einsparen. Im Zuge dessen erhöht sich Wohnwert und -qualität.

Der erste Schritt ins moderne Wohngefühl

Bevor es zur Umsetzung Ihres Projektes zur Wohnraummodernisierung geht, muss ein Sachverständiger hinzugezogen werden. Fördergelder können nur in Zusammenarbeit mit einem Energieexperten in Anspruch genommen werden.

Eine unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale für Hausbesitzer und Mieter wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt. Angeboten werden Basis-Checks, die um 10 Euro Sparmöglichkeiten im Bereich Strom- und Wärmeverbrauch aufzeigen. Außerdem Gebäude-Checks um 20 Euro, bei der die Heizungsanlage und die Gebäudehülle begutachtet wird. Darüber hinaus der Heiz-Check, der um 40 Euro an zwei aufeinanderfolgenden Tagen durchgeführt wird und Optimierungstipps gibt. Für einkommensschwache Haushalte sind die Angebote kostenlos. (Quelle: „nuerminger.de„)

Bei Antrag eines KfW-Kredites ist Schritt zwei der Weg zur Hausbank. Ein Finanzierungspartner beantragt das Darlehen für Sie. Ein Antrag auf Zuschuss ist direkt bei der KfW zu stellen.

ACHTUNG! KfW-Subventionierungen können nur dann in Anspruch genommen werden, wenn sie vor Baubeginn beantragt wurden! Der volle Kreditbetrag (oder der Zuschuss) wird erst nach „Bestätigung der Durchführung“ durch Ihren Energieberater ausbezahlt.

Förderprogramme

Die in Deutschland überwiegend genutzten Fördermittel stellt die Kreditanstalt für Wiederaufbau zur Verfügung. Synchron dazu gibt es die Möglichkeit, Subventionierungen des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zu erhalten. Was zunächst undurchsichtig und verwirrend erscheint, wird hier verständlich erklärt.

Durch die Unterzeichnung des Kyoto-Protokolls hat sich die Bundesrepublik Deutschland zur Senkung des CO2-Ausstoßes verpflichtet. Aus diesem Hintergrund wurde das KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Sanieren“ entwickelt. Außerdem werden „Barrierefreie bzw. altersgerechte Umbauten“ unterstützt. Dazu zählen auch Modernisierungen im Rahmen des Einbruchschutzes. KfW-Förderungen können Sie auf zweierlei Arten in Anspruch nehmen. Entweder Sie entscheiden sich für ein günstiges Darlehen oder Sie finanzieren Ihr Vorhaben selbst und können mit kräftigen Zuschüssen rechnen. Für einen KfW-Kredit sind die Zinsen besonders günstig und die Laufzeit kann bis zu 35 Jahre betragen.

Die BAFA fördert den Einbau von Biomasse-Heizungen, effizienten Wärmepumpen, KWK-Anlagen, Solarthermen und finanziert Energieberatungen. Es besteht die Möglichkeit, Förderungen ergänzend in Anspruch zu nehmen, beispielsweise für die Umstellung der Heizung auf erneuerbare Energien (Programm 167). Auf diese Weise lässt sich die Renovierung Ihrer Heizung komplett durch Kredit und Zuschuss finanzieren.

INFO: Durch die Richtlinie zur Förderung der beschleunigten Modernisierung von Heizungsanlagen wurden seit 1. Januar 2016 die Zuschüsse bei Umbau von Heizungsanlagen erhöht. Diese Erhöhung gilt für die Dauer von mindestens 3 Jahren. Mit diesem Förderpaket wird der Einbau samt Heizkörpern und Rohrleitungen gefördert.

 

Subventionen – Auf die bauliche Maßnahme kommt es an

Von der KfW wird im Rahmen des Programms „Energieeffizientes Sanieren“ nicht nur eine energetische Komplettrenovierung zum Effizienzhaus, sondern auch Einzelmaßnahmen und Maßnahmenpakete gefördert. Bei Einzelmaßnahmen müssen sich Hausbesitzer zwischen der Förderung durch KfW und BAFA entscheiden. Dank der vielfältigen Fördermittel können sich diese Maßnahmen schon nach kurzer Zeit rechnen.

 

Geförderte Einzelmaßnahmen sind:

  • Wärmedämmung von Wänden, Dachflächen und Geschossdecken
  • Einbau oder Erneuerung einer Lüftungsanlage
  • Optimierung / Erneuerung der Heizungsanlage

 

Das KfW-Programm „Altersgerecht Umbauen“ wird in zwei Teilbereiche untergliedert. Zum einen werden Barriere reduzierende Umbauten gefördert, zum anderen auch Maßnahmen zum Einbruchsschutz. Dieses Programm können auch Mieter mit Zustimmung des Vermieters in Anspruch nehmen.

 

Zu den altersgerechten Umbauten werden folgende Maßnahmen gezählt:

  • Hebe- und Plattformlifte
  • Handläufe
  • Rampen
  • Aufzüge
  • Treppenlifte
  • Umgestaltungen der Raumaufteilung
  • Abbau von Schwellen
  • Verbreiterung von Türdurchgängen
  • Badrenovierungen (beispielsweise bodenebene, schwellenlose Duschen mit rutschhemmendem Belag)
  • altersgerechte Assistenzsyteme (beispielsweise Rückenstützen am WC oder ein Wannenlift)
  • Küchenrenovierung auf barrierefreie Küchen (beispielsweise unterfahrbare Spülen und Kochmulden)
  • Techniken für mehr Sicherheit und Kommunikation (beispielsweise Bedienungssysteme für Türen, Rollläden, Fenster, Beleuchtung, Heizung oder Gegensprechanlage)

 

Maßnahmen zum Einbruchsschutz sind:

  • einbruchhemmende Haus- und Wohnungseingangstüren sowie entsprechende Nachrüstsysteme
  • Alarmanlagen, (Bild-)Gegensprechanlagen, Bewegungsmelder, Beleuchtung, Notrufsysteme
  • Türspione

 

Besondere Förderungen für das Land Bayern

Wenn Sie als Besitzer eines Mehrfamilienhauses Ihren Hauptwohnsitz in Bayern haben, können Sie sich glücklich schätzen. Denn der Freistaat Bayern vergibt im Rahmen des Bayerischen Modernisierungsprogrammes, mitunter gemeinsam mit der KfW, Förderbeiträge für die Modernisierung und Erneuerung Ihrer Mietwohnungen in Mehrfamilienhäusern. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie Eigentümer, Erbbauberechtigter oder Nießbraucher des Objektes sind. Die gängige KfW-Förderung für energieeffiziente Sanierung und barrierefreie / altersgerechte Umbauten wird vom Freistaat Bayern noch um einen Zuschuss von bis zu 100 Euro je m2 ergänzt. Dazu wird von der BayernLabo der Zinssatz des KfW-Programmes nochmals um 1,25% im Jahr heruntergesetzt.

 

TIPP: Wenn für Sie keine Chance auf KfW-Förderung besteht, vergibt die Bayerische Landesbodenkreditanstalt als Organ der staatlichen Wohnungspolitik für Modernisierungs- und Erneuerungsmaßnahmen zinsgünstige Darlehen. Das Darlehen beläuft sich auf bis zu 100% der förderfähigen Aufwendungen.

 

Für den Austausch veralteter Heizungsanlagen in privaten Ein- und Zweifamilienhäusern auf moderne Öl-, Gaskessel mit Brennwerttechnik, Biomasseheizungen und Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen gibt es den EnergieBonusBayern. Dieses 10.000-Häuser-Programm kann von Hauseigentümern, die energetische Modernisierungsmaßnahmen ergreifen wollen, in Anspruch genommen werden. Falls Sie interessiert sind, müssen Sie sich jedoch beeilen: Die Zahl der Förderungen pro Jahr ist begrenzt.

Anträge sind vor Beginn der zu fördernden Maßnahme bis zum 30. September 2018 zu stellen.

FINANZTIPP: Durch die aktuelle Niedrigzinssituation haben Sie mehr von Ihrem Geld, wenn Sie es in die Sanierung Ihrer Immobilie investieren. Dies gilt auch bei einem Hypothekarkredit in Kombination mit den Fördermöglichkeiten des Bundes.

Auch für die Renovierung Ihres Hauses im Außenbereich, beispielsweise die Sanierung von Fenstern, Außentüren und Außenwegen gibt es zahlreiche Subventionen. Lesen Sie darüber mehr im nächsten Artikel.

 

 

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